Haardorf und Mühlham

2 Dörfer eine Gemeinschaft

Adi Schweiger wird Vereinsmeister mit G 36

Osterhofen 21. November 2016 – Deggendorfer Zeitung

Jahreshauptversammlung der Reservistenkameradschaft mit Meister- und Mitgliederehrung

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Haardorf. Auf die Höhepunkte im Vereinsjahr zurückgeblickt und die Vereinsmeister geehrt hat die Reservistenkameradschaft am Freitag beim Knöckl-Wirt. Ersichtlich wurde aus den Ausführungen von Vorsitzenden Franz Klingerbeck, dass die Pflege soldatischer Traditionen weiterhin Vorrang haben. Seine Grüße galten besonders dem Bezirksvorsitzenden der Reservisten, Josef Schmid.

Nach dem Totengedenken erfolgte die Pokalvergabe zur Vereinsmeisterschaft im Schießen. Der Vergleich wurde auf der 50 Meter langen Kleinkaliber-Anlage der RK Otzing mit dem G 36 im Liegend-Anschlag durchgeführt. A Angeführt wurde die Abschlusstabelle von Franz Klingerbeck und Adi Schweiger. Beide Gewehrschützen hatten 96 Ringe erzielt, so dass ein Stechen nötig wurde, das Schweiger mit zwei Zehnern in die Mitte der Ringscheibe für sich entschied. Platz 3 mit 95 Ringen belegte Roland Klimm vor Josef Schmid (94 R.), Werner Winnerl (92 R.), Artur Kolbe (91 R.) sowie Josef und Günther Zauner mit jeweils 90 Ringen. Die Gastschützenwertung sicherte sich Roland Fredl mit 92 Ringen.

In einem weiteren Durchgang wurden der tagesbeste G-36- Schütze ermittelt. Eine tolle Schießleistung gelang hierbei Josef Zauner: Mit 99 von 100 möglichen Ringen holte er sich den Pokal vor Werner Winnerl mit 97 und Adi Schweiger mit 96 Ringen. Eine Auszeichnung mit der Treuenadel für zehn Jahre Reservistendienst erfuhr Manuel Schäffer.

In seinem Grußwort betonte Bezirksvorsitzender Josef Schmid den Stellenwert des ehrenamtlichen RK-Einsatzes innerhalb der örtlichen Gesellschaft. Das Engagement diene dem Gedenken und Erinnern an Menschen, die zu Opfern von Kriegen wurden. In seinem Rückblick stellte Franz Klingerbeck mit Freude fest, dass dienstliche und vereinsbezogene Veranstaltungen wie Gedenkfeiern, Friedenswallfahrt, Monatstreffen, Versammlungen, Schießveranstaltungen, Weinfest stets gut besucht werden. Neumitglieder seien immer willkommen.as

Der Trend führt in die falsche Richtung

Osterhofen 18. November 2016 – Deggendorfer Zeitung

Gedenkfeier zum Volkstrauertag – Stadtrat Robert Kröll fordert zur Bewahrung der Tradition auf

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Niedermünchsdorf. Die Geschichte des Volkstrauertages lehrt, dass mit der Vertröstung auf das Jenseits auch das Sterben im Krieg gerechtfertigt worden ist. Bei Gedenkfeiern wird an den Denkmälern der Toten gedacht, aber auch Unrecht und Gewalt weltweit angeprangert. Am Buß- und Bettag hat sich die Pfarrgemeinde Niedermünchsdorf ihrer Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen aus den Weltkriegen erinnert.

Der Volkstrauertag ist ein Tag des nationalen Gedächtnisses und dient der bewussten Pflege von Kultur und Geschichte. Dem angenommen hat sich die Pfarrgemeinschaft mit Pfarrvikar Pater Clemens und Vereinen bei einer Gedenkfeier. Stadtrat Robert Kröll forderte in seiner Ansprache eindringlich dazu auf, dem gesellschaftlichen Trend der Abkehr vom Volkstrauertag entschlossen entgegen zu treten und das umstrittene Vermächtnis zu bewahren. Für ein Leben in Frieden sollte man sich nicht auf die Politik verlassen, sagte Kröll. Jeder müsse bei sich selber anfangen, die Werte, die er von anderen Menschen einfordert, auch selbst zu leben. „Wir reden, wie wichtig die Integration von Flüchtlingen ist, doch gleichzeitig sind wir dabei, von unserer eigenen Integration in der Gesellschaft Abschied zu nehmen“, mahnte der Stadtrat. Dieser Trend führe jedoch in die falsche Richtung. „Wir sehnen uns nach Frieden und lehnen uns gemütlich im Sessel zurück – im Glauben, andere werden es schon richten“, führte Kröll aus. „Wenn wir unseren Kindern eine Welt in Frieden hinterlassen wollen, brauchen wir eine starke mutige Gemeinschaft, die gewillt ist, für einander einzutreten“, lautete seine Botschaft.
In Anerkennung der Opfer von Krieg und Gewalt stellte Kröll eine Blumenschale am Mahnmal nieder. Bei einem Glaserl Most in der Bauernstube beim Wagner Mich endete der Gedenktag.as 

„Gegen die Gefahr geschichtlichen Verblassens“

Osterhofen 15. November 2016 – Zeitung

Volkstrauertag: Gedenkfeiern in den drei Donaugemeinden – Ansprachen mahnen zum Einsatz für den Frieden

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Aicha/Thundorf/Haardorf. Am Volkstrauertag orientieren und richten sich die Blicke und Gedanken der Menschen hauptsächlich auf Vergangenes. Vorwiegend wird die Geschichte des 20. und noch jungen 21.Jahrhunderts betrachtet und der Opfer aus dieser Zeit durch Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Auch in den Donaupfarreien wurde am Samstag und am Sonntag der Volkstrauertag mit Gedenkfeiern begangen.

In Aicha hat sich 2. Bürgermeister Thomas Etschmann beim Vorabendgottesdienst zum Volkstrauertag dem Andenken der Opfer nach einem gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrvikar Pater Clemens, Vereinen und der Dorfbevölkerung angenommen. Etschmann sieht die Schlacht um Verdun 1916 als Vorboten des modernen Vernichtungskrieges. Über- lebende Veteranen gibt es nicht mehr. Und diejenigen, die von den Schrecken des 2.Weltkrieges berichten können, sind weniger geworden.

Doch 65 Millionen Menschen haben ihr Leben verloren, führte Etschmann aus. Dieses unsagbare Leid und derartige Unrecht dürfe sich nicht wiederholen, es fordere dazu auf, dieses mahnende Gedenken dem Vergessen entgegenzustellen und die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Gerade die vergangenen Wochen und Monate haben laut Etschmann deutlich vor Augen geführt, dass Frieden und Versöhnung zwischen den Völkern innerhalb und außerhalb von Europa nicht selbstverständlich sind und dass die Versuchung, Konflikte mit Gewalt und Krieg zu lösen, keinesfalls überwunden ist. „In diesen Tagen und Monaten wird sich zeigen, was Europäern und Deutschen die abendländische Kultur bedeutet“, warnte der 2. Bürgermeister. Der Volkstrauertag mahne wie kein anderer Feiertag zu Menschlichkeit und Toleranz. Nur mit diesen Grundtugenden könne Frieden entstehen und bleiben.

In Thundorf zelebrierte Pfarrer Monsignore Hans Herlinger den Gedenkgottesdienst für die Gefallenen und Vermissten der Pfarrgemeinde sowie weltweiter Opfer in der Pfarrkirche. In seinen Gedanken zum Tag forderte der Geistliche auf, um all diejenigen zu trauern, die wegen ihrer Überzeugung, Religion oder Rasse verfolgt, geschunden und ermordet wurden. Gedenken widmete er den Menschen, denen unmenschliches Leid von Menschen in vielen Regionen der Erde zugefügt und immer noch zugefügt werde.

Am Mahnmal erinnerte 3. Bürgermeister Kurt Erndl an die auf dem Gedenkstein festgehaltenen Menschen des Dorfes, denen der Tod und großes Leid der Hinterbliebenen beschieden waren. „Zu Recht müssen wir uns der Opfer in Trauer erinnern und ihnen ein würdiges Gedenken widmen, denn sie haben die Heimat durch sinnloses Töten nicht wieder gesehen“, sagte Erndl. Menschlichkeit und Toleranz würden weiterhin mit Füssen getreten werden und ließen den Frieden in weite Ferne rücken, gab der Kommunalpolitiker zu bedenken und appellierte zugleich an die Vernunft der Politiker, diese menschenverachtende Gesinnungen und Verhaltensmuster abzulegen.

Den Gedenkakt für die Opfer von Krieg und Gewalt ging in Haardorf unter großer Anteilnahme von Vereinen und Dorfgemeinschaft ein Gottesdienst mit Pfarrer Monsignore Hans Herlinger auf dem Kreuzberg voraus. Er stellte die Abkehr von Hass und Gewalt heraus, die nach der Kraft und dem Mut der Menschen rufen. Stadtrat Robert Kröll ging in seinen Gedenkworten am Mahnmal der Frage nach: Was ist der Volkstrauertag heute für die Gesellschaft – als was sollten wir ihn verstehen? Seiner Ansicht nach geht es nicht darum, dass sich alle Bürger im Land schuldig für die Gräueltaten fühlen sollen, sondern dass alle Menschen wissen sollten, warum Widerstand gegen rechtes Gedankengut, Diktatoren und Kriegstreiber wieder notwendiger denn je geworden sind. „Frieden und Freiheit sind angesichts der aktuellen Gewalttaten in weite Ferne gerückt – die Demokratie in einigen Staaten ein Auslaufmodell“, warnte er. Er forderte dazu auch, jeden Tag um die Selbstverständlichkeit Demokratie und Freiheit zu kämpfen. Nur im Erkennen und Zeitnehmen von Gemeinschaftswerten könne ein christliches Leben in Freiheit gewahrt bleiben und den Kindern eine geordnete Welt hinterlassen werden.as