Haardorf und Mühlham

Berichte Osterhofener Zeitung

TKC Haardorf „Watten 2017“

Haardorf. Für die Freunde des urbayerischen Kartenspiels „Watten“ hatte der Tischkegelclub ins Vereinslokal Knöckl zu einem Turnier eingeladen. Es meldeten sich 24 Paare an, darunter mit Martina Brandl und Resi Duschl auch zwei Frauen. Gespielt wurde in drei Runden, die Turnierleitung hatte (v.l.) Matthias Moser mit seinem Assistenten Christian Weigl inne. Den Turniersieg errang das Team Karl-Heinz Schläger und Sepp Saller (2. und 3. v.r.) mit zehn Siegen. Der zweite Platz ging an Stefan Apfelbeck und Stefan Weigl mit neun Siegen und 30 Hilfspunkten vor Erwin Fredl und Martin Maier (9 Siege, 25 Hilfspunkte). Den Trostpreis, eine Portion Wurstsalat, gewannen Hans Roos und Benjamin Ammerseder. Stadtrat Robert Kröll (rechts) gratulierte den Gewinnern.sr/Foto: Schwinger

 

Weinfest des Reservisten sorgt für vollen Stadl

Osterhofener Zeitung PNP 17.10.2017

 Gelungenes Fest mit reich bestückter Tombola

Haardorf. Die Reservistenkameradschaft Haardorf-Aicha hat am Samstag ihr 14. traditionelles Weinfest im Knöckl-Stadl abgehalten. Vorsitzender FranzKlingerbeck konnte dazu viele Gäste auch aus den umliegenden Ortschaften begrüßen, die gekommen waren, um die ausgewogenen österreichischen Weine oder die süffigen Biere zugenießen. Natürlich gab es auch bayerische Brotzeiten wie kalte Platte, Schnitzel mit Kartoffelsalat, Schmalzbrot oder Zwiebelkuchen. Besonders begrüßt wurden Stadtrat Robert Kröll, Adi Schweiger als 1. Vorsitzender des Krieger-und Veteranenvereins sowie die weiteren Vertretungen der Vereine. Die Tombola war reichlich und vielfältig mit Preisen bestückt. Neben vielen „Trostpreisen“ gab es Essensgutscheine und Fahrten in den Bayerischen Landtag nach München oder zum Bundestag nach Berlin zu gewinnen, die die Abgeordneten MdB Alois Rainer, MdL Bernd Sibler und MdL BernhardRoos zur Verfügung stellten. Je eine Fahrt in den Bayerischen Landtag in München für zwei Personen gewannen Barbara  Jahrstorfer, Maria Zißelsberger und Josef Zauner. Christa Knöckl gewann als Hauptpreis die Fahrt für zwei Personen zum Bundestag nach Berlin. Viele unterhaltsame Gespräche ergaben sich, sei es über den Mantelsonntag oder den ersten Gottesdienst nach der fast vollständigen Renovierung in der Martinskirche an Allerheiligen. − sr

Zeugnisse einer Wallfahrt

Osterhofen 13. September 2017 – Osterhofener Zeitung

 Alois Dorfmeister erläuterte Wissenswertes über die Kreuzberg-Kirche

Haardorf. Zum „Tag des offenen Denkmals“ hat Alois Dorfmeister auf dem Kreuzberg eine Führung angeboten. In frühesten Zeiten war der Kreuzberg eine Insel im Mündungsdelta der Isar in die Donau. Haardorf bedeutet „Dorf im Sumpf“, was beim letzten Hochwasser 2013 sichtbar wurde, als das Wasser bis zu den Stufen des Kreuzberges stieg.

Zur Römerzeit gab es zwei Römerkastelle, eines auf dem jetzigen Kreuzberg und das andere am Mühlberg, was durch Münzfunde nachgewiesen ist. Der Sage nach stellte der Hl. Severin zu dieser Zeit auf dem Kreuzberg ein Kreuz auf, das später durch einen Korpus ergänzt wurde. Dieser war hohl und wurde mit einem Brett zugenagelt. Pilger nutzten den Hohlraum als Briefkasten für Gebetsanliegen oder Geldspenden.

Dieses Kreuz ist eine der ältesten Darstellungen im Bistum Passau. Erste urkundliche Erwähnung von 1146 findet man in Unterlagen des Klosters Niederalteich, in denen von einem Weinberg berichtet wird. Nach Deutung von Dr. Herbert Wurster, Direktor des Archivs des Bistums Passau, ist die Kirche ein Überbleibsel einer Schlosskapelle, die den Grafen von Hals an dieser Stelle gehörte. Um Einfluss auf die aufkommenden Wallfahrten auf den Kreuzberg nehmen zu können, stifteten Konrad von Regensburg, aber auch der Fürstbischof von Passau Ablässe.

Das Kloster von Osterhofen erhob den Kreuzberg zu einem immerwährenden Wallfahrtsort. Aus der Schweiz, Wien und Böhmen kamen Pilger. 1712 war die Wallfahrtskirche bereits dem Verfall preisgegeben. Da geschah ein Wunder: Der im Sterben liegende Abt von Osterhofen wurde wieder gesund. Aus Dankbarkeit wurde die Kirche wieder instand gesetzt. In dieser Zeit entstanden die im Altarraum platzierten Schächer links und rechts vom Kreuz. 1782/83 wurden die Sakristei und die Arkadenhalle mit Beichtstühlen errichtet. Auch der stattliche Pfarrhof auf dem Dorfanger mit einem Bischofs- und Kardinalszimmer wurde gebaut. Dies zeugt von Reichtum für ein so kleines Dorf, der durch die Pilger in den Ort gebracht wurde.

Zur 600-Jahr-Feier im Jahr 1862 sollen 38 000 Pilger nach Haardorf gekommen sein. Dies war auch möglich, da man nach Langenisarhofen mit dem Zug fahren konnte. Eine große Renovierung erfolgte von 1980 bis 1984, später wurde der Aufgang erneuert.

Eine kurze Andacht und ein Rundgang um die Kirche rundeten den interessanten Vortrag von Alois Dorfmeister ab. sr 

Begrüßung mit Wollknäuel

Osterhofen 20. September 2017 – Deggendorfer Zeitung

Pfarrer Christian Altmannsberger hält zum ersten Mal Gottesdienst in Haardorfer Kreuzbergkirche

Haardorf. Pfarrer Christian Altmannsperger hat seinen ersten Sonntagsgottesdienst in der Kreuzbergkirche gehalten. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rolf Schwinger begrüßte ihn im Namen der Pfarrangehörigen und stellte die Ortschaften Haardorf und Mühlham vor. Ausgangspunkt war der Altar, der den Mittelpunkt des Glaubens darstellt.

Mit roter Wolle knüpfte Schwinger ein Netz, in das Vertreter kirchlicher und weltlicher Vereine und Verbände eingebunden sind. Dazu gehören Kirchenverwaltung, Pfarrgemeinderat, Ministrantinnen und Ministranten, Mesnerin, Chor, Organist, Frauenbund, Jugendgruppe, Marianische Männerkongregation, Gebetskreis, aber auch Feuerwehr, TKC, Seniorenclub Eisstockclub und KSV. Auch gibt es einen Landgasthof, in dem gesellschaftliches Zusammenkommen gepflegt wird. Diese vielen Knotenpunkte zeigen auch die Verbindungen untereinander an.

Zuletzt übergab Schwinger Pfarrer Altmannsperger das Wollknäuel und damit wurde der Pfarrer in den Ort mit eingebunden. Symbolhaft schließt sich damit der Kreis, der den gewählten Primizspruch des Pfarrers bestätigt: „Auf dein Wort, oh Herr, werfe ich die Netze aus.“ Schwinger verwies darauf, dass das angefangene Netz unvollständig und teilweise auch beschädigt ist. „Wir alle müssen daran arbeiten, dass niemand durch das Netz des Glaubens fällt“, mahnte Schwinger.

Kurze Informationen gab er dem neuen Pfarrer über die Kreuzbergkirche und über den Fortschritt der Renovierungsmaßnahmen der Pfarrkirche St. Martin. Altmannsperger freue sich über viele gute Begegnungen mit den Menschen, die sich in der Kirche und im gemeindlichen Leben von Haardorf einbringen. sr

Lebendige Partnerschaft erneuert

Osterhofen 8. September 2017 – Osterhofener Zeitung

 

RK und KSV waren beim Gründungsfest des Kameradschaftsbundes Oftering dabei

Haardorf. Der Krieger- und Veteranenverein und die Reservistenkameradschaft Haardorf haben am 110-jährigen Gründungsfest des oberösterreichischen Kameradschaftsbundes mit Fahnenweihe in Oftering/OÖ teil- genommen. Mit dabei war Bürgermeisterin Liane Sedlmeier, die die Partnerschaft seit Jahren mitträgt. Eine stattliche Anzahl von Kameraden fuhr nach Oftering mit. Mit militärischen Ehren und Musik wurde die Abordnung aus Haardorf dort begrüßt. Namentlich genannt wurden Josef Schmid, Vorsitzender der niederbayerischen Reservisten, KSV-Vorsitzender Adi Schweiger, RK-Vorsitzender Franz Klingerbeck und Festmutter Martina Brandl. Aufgrund des regnerischen Wetters musste der Festakt in der Turnhalle abgehalten werden. Durch das Programm führte Gerhard Reichard. Der Kameradschaftsbund Oftering entstand vor 110 Jahren als Militär- und Veteranenverein. Damals marschierten die Völker noch gegenseitig aufeinander los. Ziel war es, eine Plattform für die Bewältigung des Lebens nach den Kriegen schaffen“, erklärte Reichard. Es folgte die Weihe der Fahne durch Militär-Oberkurat Johannes Rupertsberger. Sie wurde bereits 1909 gestickt und immer wieder restauriert. Der Schriftzug „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“ ist Zeitzeuge für die lange Geschichte dieses Symbols. Anna Niedermayr hat die Patenschaft in vierter Generation übernommen. „Auch bayerische Vereine spiegeln sich auf unserer Fahne nieder“, führte Reichard aus. „Die Bayern sind uns ans Herz gewachsen und Kameradschaft macht nicht vor Bundesgrenzen halt.“ Bevor Festmutter Martina Brandl das Fahnenband an die Ofteringer Fahne heftete, sprach sie einen Prolog, der die Freundschaft zwischen den Vereinen betonte. In seinem Grußwort ging KSV-Vorsitzender Adi Schweiger auf den unabdingbaren Gemeinschafts- und Kameradschaftsgeist ein, der langlebiges Brauchtum erhält. „Unsere gemeinsame Aufgabe muss es auch in Zukunft sein, den Opfern der Kriege ein ehrendes Gedenken zu bewahren und dafür zu sorgen, dass die Geschehnisse nicht aus dem Gedächtnis gelöscht werden, damit sich das Schreckliche nicht wiederholt“, unterstrich Schweiger. Durch die Überreichung des Partnerschaftsbandes wurde die Freundschaft, die seit 2001 zwischen dem Kameradschaftsbund, dem Krieger- und Veteranenverein und der Reservistenkameradschaft besteht, erneuert. Bürgermeisterin Liane Sedlmeier erinnerte an die Fotoausstellung vor zwei Jahren beim Bürgerfest durch den Ofteringer Fotoclub in Osterhofen. Dem Abspielen der oberösterreichischen Landeshymne durch die Trachtenkapelle schloss sich ein ausgiebiger Frühschoppen mit Schmankerl aus der Region an. Langjährige persönliche Bekannt- und Freundschaften wurden bis in den späten Nachmittag in ausgiebigen Gesprächen und bei einem Glaserl Wein gepflegt. sr

 

Firstdiebstahl wird zur Dorfaktion

Osterhofen 2. September 2017 – Osterhofener Zeitung

Männer und Frauen von Stammtisch und Frauenbund halfen zusammen

Haardorf. Besonders in Niederbayern ist es ein alter Brauch, den Firstbaum zu „stehlen“. Inzwischen ist es gar nicht mehr so einfach, daran zu kommen. Von der Zimmerei wird der Dachstuhl schon abgebunden mit einem großen Lkw angeliefert und mit einem Kran auf das Dach gehoben.

In Haardorf hat deshalb das ganze Dorf zusammengeholfen: Nachdem die Männer einige Tage zuvor einen Teil des Firstes an der Baustelle von Hermann Unverdorben „gestohlen“ hatten, machten sich in einer gemeinsamen Aktion Frauen vom Stammtisch, vom Frauenbund und Nachbarn auf, um weitere Teile des Firstes zu „stehlen“. Zunächst wurde ein Erkundungstrupp ausgesandt, um herauszufinden, wo noch entsprechendes Holz gelagert ist. Der Kranführer hatte ein Herz und lagerte abseits des Hauses Teile des Firstes. Üblicherweise wird nachts „gestohlen“, aber anscheinend war es tagsüber unauffälliger: Mit vereinten Kräften konnte schnell ein Teil des Firstes entwendet und in Sicherheit gebracht werden. Als Unterhändlerinnen machten sich Marianne Fröschl und Sieglinde Weigl auf, um mit dem Bauherrn Hermann Unverdorben die Übergabemodalitäten auszuhandeln. Schnell war man sich einig. Am Nachmittag schmückten die Frauen den First mit Luftballons, Girlanden und weiß-blauen Fahnen. Schon hier war die Stimmung sehr gut, da die „Diebinnen“ mit selbstgemachtem Likör vorglühten.

Mit einem großen „Hallo“ wurden die geschmückten Teile des Dachstuhls durch das Dorf zum Bauherrn gezogen. Nach der Übergabe ließen sich die Frauen bei bester Stimmung Kaffee und Kuchen, aber auch ein Schnapserl schmecken. sr