Haardorf und Mühlham

Vermehrt Verbissschäden gemeldet

Quelle: Mediengruppe Attenkofer, Ausgabe Donau-Anzeiger (Osterhofen und Umgebung) vom Montag, 16.03.2026. Autor Rolf Schwinger

Versammlung der Jagdgenossenschaft Haardorf – Vortrag über Bedeutung von Feldrainen

Bei der Versammlung (v. l.): Förster Marco Ambros, die Jagdpächter Ludwig und Hermann Sedlmeier, Jagdvorsteher Markus Brandl, Kassier Franz Wagner, Stadtrat Robert Kröll sowie Kräuterpädagogin Martina Friedl. Foto: Rolf Schwinger

Haardorf. (rs) Das Jagdhornbläserquartett eröffnete vor Kurzem die Jagdversammlung im Gasthaus Knöckl, bei der Jagdvorsteher Markus Brandl seinen Rechenschaftsbericht vortrug.

Für die Graugänse gilt seit Jahresbeginn eine verkürzte Schonzeit. Bei der Kreisversammlung der Jagdgenossenschaften wurde über die Biologie des Bibers informiert. In Bayern leben etwa 35.000 Tiere. Eine Biberfamilie beansprucht an fließenden Gewässern bis zu sieben Kilometer. Dies hängt primär vom Nahrungsangebot ab. Bei Schäden dürfen Biberlöcher verfüllt werden. Brandl bat die beteiligten Gemeinden Osterhofen und Moos, dass die Jagdgenossenschaft bei der Planung des Radweges zwischen Niedermünchsdorf und Langenisarhofen eingebunden wird. Von der Jagdgenossenschaft werden 96 Kilometer Feldwege gepflegt. Er dankte den Landwirten, die Grünstreifen für die Wildtiere zur Verfügung stellen.

Kassier Franz Wagner gab einen detaillierten Kassenbericht. Ein Großteil der Ausgaben wurde für die Instandsetzung der Feld- und Waldwege in den Bereichen Aicha, Thundorf, Ruckasing, Haardorf und Mühlham verwendet. Neben dem Kauf eines neuen Seitenmulchers mussten auch Maschinen repariert und untergestellt werden. Die Stadt Osterhofen erbringt eine freiwillige Leistung für den Feldwegeunterhalt von 4.860 Euro.

Einzäunungen verändern Verhalten bei Rehen

In einem Kurzvortrag informierte Förster Marco Ambros über Änderungen im neuen Jagdgesetz. Für Rehe soll es eine Jagdzeitänderung geben und der Wolf wird ins Jagdrecht aufgenommen. Im Jagdrevier gibt es noch keine Wolfspopulation. Wälder brauchen auch Pflege und sollten durchforstet werden. Um Fördermittel bei forstlichen Maßnahmen und Neuanpflanzungen in Anspruch nehmen zu können, bietet Förster Marco Ambros fachgerechte Beratung an.

Im Jagdrevier würden vermehrt Verbissschäden gemeldet. Dies ist nach Meinung von Ambros darauf zurückzuführen, dass die auf Feldern errichteten PV-Anlagen außerhalb des Jagdreviers liegen. Auch die Kitzrettung mit Drohnen muss in den Abschussplan eingerechnet werden.

Jagdpächter Ludwig Sedlmeier stimmt dem zu. Deshalb wurden 20 Prozent mehr Rehe wegen der Verbissschäden geschossen. Auch die vermehrten Einzäunungen bei Wiederaufforstungen verändern das Verhalten der Rehe und führen zu größerem Verbissdruck. Nicht mehr benötigte Zäune sollen von den Waldbauern zeitnah entfernt werden. Der Hasenbestand sei rückläufig, da es zu wenig Deckungsbereiche gibt. Auch dem Fasan fehle die Grundlage für eiweißreiche Ernährung, da es zu wenige Insekten gibt. Dazu trage auch bei, dass es für die Landwirte keine Blühprogramme mehr gibt.

In einem Grußwort lobte Stadtrat Robert Kröll als Vertreter der Stadt Osterhofen die gute Zusammenarbeit. In der Stadt gibt es zwölf Jagdgenossenschaften. Unterhaltsmaßnahmen für Gewässer dritter Ordnung können im Bauamt der Stadt beantragt werden. Kröll berichtete, dass zwischen Thundorf und Aicha im Zuge des Hochwasserschutzes Rodungsarbeiten durchgeführt werden. Ebenso wie Landrat Bernd Sibler hofft Kröll, dass der Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt bis Vilshofen bis Ostern veröffentlicht wird. Bauen ohne Einschränkungen wird es erst nach Abschluss des Hochwasserschutzes geben. „Kleine Flächen, große Wirkung. Artenreiche Feldraine und ihre Bedeutung für Mensch und Tier“ war das Thema des Vortrags von Kräuterpädagogin Martina Friedl. Insektenreichtum leiste einen bedeutenden Beitrag für Artenvielfalt. Sie sind die Grundlage für die Bestäubung, sind Bodenverbesserer, regulieren den Schädlingsbefall und sind das Fundament der Nahrungskette.

Die Vogelwelt und das Wild mit Fasan, Reh und Feldhase stellen verschiedene Anforderungen an ihren Lebensraum. Neben geeigneten Bruträumen und verschiedenem Nahrungsangebot brauchen sie auch Deckung und Schutz für das Überleben, das ihnen Feldraine und Hecken bieten.

Landwirtschaft und Mensch profitieren

Für die Landwirtschaft bieten Feldraine Erosionsschutz, Wasserspeicher und beeinflussen das Mikroklima. Sie sind Quellräume für die Bodenbakterien und haben eine Pufferfunktion. Auch der Mensch profitiert von Feldrainen. Sie können Naherholungsgebiet sein und bieten Naturerlebnisse.

Wildpflanzen sind Teil unserer Kultur, Gesundheit und Ernährung. Als Beispiel dafür zeigte Martina Friedl die Heilwirkung der Brennnessel auf. Sie wirkt entwässernd, entzündungs-hemmend und blutreinigend. Auch wird sie bei Prostataleiden und zur Pflege von Haut und Haaren verwendet. Als Abschluss plädierte sie dafür, Feldraine zu schützen, da sie unser Ökosystem als Grundlage für Natur und Mensch sichern und die Biodiversität stärken.

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