Haardorf und Mühlham

Pfarrgemeinde Haardorf feierte nach der Bußzeit der Kartage eine feierliche Osternacht

23.04.3019 – Donauanzeiger

„Jesus hat alles für uns gegeben – sogar sein Leben“

Die Pfarrgemeinde von Haardorf feierte die Heiligen Tage in diesem Jahr auf dem Kreuzberg und in der Pfarrkirche St. Martin.

(Quelle/Fotos: Rolf Schwinger)

Der Gründonnerstag, auch Hoher Donnerstag genannt, ist der fünfte Tag der Karwoche. An ihm gedenken die Gläubigen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend der Kreuzigung. Im Gottesdienst schweigen die Orgel und die Glocken nach dem Gloria, um auf das Leiden des Herrn hinzuweisen. Im Volksmund spricht man davon, dass die Glocken nach Rom flögen. Am Gründonnerstag erhalten die Christen den Auftrag, die Barmherzigkeit Gottes in die Welt hinauszutragen. Am Ende des Gottesdienstes wurde von Pater Kuriakose das Allerheiligste dem Tabernakel entnommen und zum Heiligen Grab auf den Kreuzberg getragen. Als äußeres Zeichen, dass der Hauptaltar nun leer ist, wurde er entblößt und die Kerzen gelöscht. Die Herkunft des Namens „Gründonnerstag“ ist nicht geklärt. Eine Herleitung spricht vom „greinen“, weinen. Im vierten Jahrhundert war dies ein kirchlicher Freudentag, da die Exkommunizierten wieder zur Kommunion zugelassen waren.

Die Aufgaben der Kirchenglocken übernahmen die Ministrantinnen und Ministranten mit ihren Ratschen. Schon zum Taganläuten zogen sie damit durch Haardorf, Mühlham und Niedermünchsdorf. Am Karsamstag zogen die Messdiener von Haus zu Haus, um sich ein „rotes“ Ei zu erbitten.

Der Feiertag Karfreitag gilt dem Gedenken an die Kreuzigung Jesu mit Leiden und Sterben. Es ist ein Tag der Besinnlichkeit und der Buße. Man gedenkt dem Leidensweg und dem Sterben Jesu. Der Karfreitag ist ein strenger Fast- und Abstinenztag. Zur Todesstunde versammelten sich die Christen zur Wort-Gottes-Feier unter der Leitung von Pater Kuriakose in der Kreuzbergkirche. Das Johannesevangelium mit der Leidensgeschichte, die großen Fürbitten, die Kreuzverehrung und die Kommunionfeier bildeten den Gebetsrahmen. Das mit violettem Tuch verhüllte Kreuz wird enthüllt, bevor die Gläubigen das Kreuz mit einer Kniebeuge verehren. Anschließend war noch die Möglichkeit am Heiligen Grab seine Anliegen vorzutragen und zu beten. Den Lektorendienst übernahmen an diesen Tagen die Jugendlichen.

Entfachen des Feuers

Die Osternacht begann auf dem Kreuzberg mit dem Entfachen des Osterfeuers, das Pfarrer Christian Altmannsperger segnete. Er steckte fünf Nägel in die Osterkerze, bevor diese am gesegneten Osterfeuer entzündet wurde. Daran wurden die mitgebrachten Kerzen der Gläubigen angezündet, um das Licht in das Dorf und in die Welt hinauszutragen. Voran das Kreuz zog man in einem langen Kirchenzug zur Pfarrkirche St. Martin. Beim Einzug in die Kirche hielt man dreimal an. Den Ruf „Lumen Christi“, Licht von Jesus, stimmte Diakon Magnus Pöschl an. Darauf sang er das „Exultet“, das große Osterlob. Die Gläubigen feiern, dass nach einer dunklen Zeit etwas Neues beginnt. Durch seine Auferstehung hat Jesus den Tod besiegt. Lektorin Barbara Jahrstorfer und Lektor Martin Apfelbeck trugen in der noch dunklen Kirche zu Beginn die Lesungen „Schöpfungsgeschichte“ und „Durchzug durch das Rote Meer“ aus dem Alten Testament vor.

Während des Glorias erstrahlte die Pfarrkirche im neuen Licht. Durch das dreifach gesteigerten österlichen Halleluja wurde die neutestamentliche Lesung vorgetragen. Die Symbole Licht und Wasser durchziehen den Gottesdienst. Gott setzt der Finsternis das Licht entgegen. Licht und Kerzen ließen die Sankt-Martinskirche erstrahlen. Diakon Magnus Pöschl stellte heraus, dass „Jesus alles für uns gegeben hat. Sein Leben, aus unendlicher Liebe zu uns. Wenn mit Freude der Glaube gelebt wird, ist es möglich, die Gegenwart des Auferstandenen zu spüren. Gleichgültigkeit gegenüber unserer zentralen Botschaft aber zerstört die Kirche von innen heraus. Den Lebenden findet man nicht bei den Toten!“ Pöschl sagte Dank, dass er auch in Haardorf Menschen begegnen durfte, die für die Botschaft der Auferstehung brennen.

Die Liebe hat gesiegt

Durch das Abtauchen der Osterkerze durch Pfarrer Altmannsperger wurde das Wasser in der Osternacht gesegnet. Während sich die Gemeinde zur Tauferneuerung bekennt, wird sie vom Priester mit dem Weihwasser besprengt. Anschließend beginnt die Eucharistiefeier. Mit dem feierlichen Segen und dem Halleluja endete die Feier der Osternacht. Alle Herzen sind erfüllt von der Osterfreude und voller Hoffnung. Das Leben ist stärker als der Tod. Die Liebe hat gesiegt.

 

Die feierliche Gestaltung der Gottesdienste hatte der Kirchenchor unter Leitung von Christian Weigl übernommen. Pfarrer Christian Altmannsperger verabschiedete Diakon Magnus Pöschl, der zur weiteren Ausbildung bis zur Priesterweihe am 29. Juni 2019 im Dom zu Passau nach Regensburg geht. Am Samstag, 13. Juli 2019, um 19 Uhr, feiert er Nachprimiz in Haardorf. Mit Applaus der Gläubigen wurde er verabschiedet. Anschließend segnete BGR Pfarrer Christian Altmannsperger die mitgebrachten Speisen, wie Osterlamm, gefärbte Eier, Salz, Pfeffer, G´selchtes, Kren und Brot. Jugendliche verteilten nach dem Gottesdienst gesegnete Ostereier, die sie in der Gruppenstunde bunt färbten und wünschten allen ein frohes Osterfest.

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