Haardorf und Mühlham

Osterhofen und Umgebung – Osterhofener/Donau-Anzeiger – Di., 9.6.2020

„Es ist wichtig, sich zum Glauben zu bekennen“ Nach anfänglicher Skepsis sind die Sonntagsgottesdienste nun gut besucht

Die Kirchenbesucher halten den Zwei-Meter-Abstand gewissenhaft ein. Nur Hausgemeinschaften dürfen zusammensitzen. Fotos: Rolf Schwinger

Haardorf. (rs) Seit 10. Mai finden wieder regelmäßig öffentliche Sonntagsgottesdienste in der Pfarrkirche St. Martinianus statt, nachdem diese wegen Covid 19 seit 16. März verboten waren. Das vorgegebene Schutzkonzept der Bayerischen Staatsregierung wird umgesetzt. Dazu gehören die Abstandsregelung von zwei Meter, das Tragen einer Mund-Nasen-Maske und verschiedene Desinfizierungsmaßnahmen. Die Gläubigen können nach vorheriger telefonischer Anmeldung am Gottesdienst teilnehmen. Diese Beeinträchtigungen und Unsicherheiten führten anfangs dazu, dass es noch freie Plätze gab. Diese neue und noch nie dagewesene Situation hat viele Gläubige abgeschreckt und sie verzichteten auf einen Gottesdienstbesuch. Doch mittlerweile sind die Gottesdienste „ausgebucht“. Der Dreifaltigkeits-Sonntagsgottesdienst war sehr gut besucht. Ordner Johann Weigl wies den Teilnehmern im Kirchenraum den Platz zu. Trotz der Beschränkungen musste niemand weggeschickt werden, auch wenn er sich nicht angemeldet hatte. Familien und Haushaltsgemeinschaften konnten zusammen in einer Bank sein. Reduzierter Volksgesang mit Mund-Nase-Schutz Nachdem Singen anfangs nicht erlaubt war, durfte diesmal in reduzierter Form gesungen werden. So wurde das Gloria, zum Sanctus und ein Kommuniondanklied gesungen, ohne die Maske abzunehmen. Es kehrt ein wenig Normalität zurück, auch wenn der Volksgesang noch zurückhaltend und leise war. Aber die Gesundheit der Gottesdienstbesucher steht im Vordergrund. Wie gefährlich gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen ist, zeigt das Beispiel der Frankfurter Baptistengemeinde, wo kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde. Es gab dort deshalb sehr viele Coronainfizierte. Manche Handlungen im Gottesdienst wirken steril. Viel Gewohntes ist weggefallen. Die Ministranten läuten nur noch zur Wandlung, es gibt keinen feierlichen Einzug des Priesters in die Kirche und auf den Friedensgruß per Handschlag wird verzichtet. „Dennoch ist es gut, wenn Gläubige zum Gottesdienst kommen und ihren Glauben feiern und sich zu ihm bekennen“, davon ist Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rolf Schwinger überzeugt. BGR Pfarrer Christian Altmannsperger lobt die Gottesdienstbesucher, dass sie sehr vorbildlich, diszipliniert und einsichtig die Vorsichtsmaßnahmen umsetzen. Große Bedenken äußert er, dass nach Aufhebung der Einschränkungen die Kirchenbänke leerer werden könnten, da sich viele sagen, es geht auch ohne Gottesdienstbesuch, wie es während der Coronazeit war. „Die Gottesfrage könnte in der Öffentlichkeit noch mehr verstummen und ins Private abgedrängt werden“, wie der Limburger Bischof Bätzing am Pfingstmontag in der Predigt sagte. Online-Gottesdienste sind ein kirchliches Angebot, aber das Zusammenkommen in einer Gemeinschaft fehlt. Viele Menschen leiden unter der Einsamkeit und dem Fehlen von Kontakten. Ab Mitte Juni Werktagsmessen Ab dem 15. Juni werden in den Pfarreien des Pfarrverbandes wieder Werktagsmessen stattfinden. Aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl ist keine Anmeldung notwendig. Die Gottesdienstbesucher werden gebeten eigenverantwortlich und im Interesse der Gesundheit aller, auf die Sicherheitsbestimmungen zu achten. Anmeldung für Fronleichnam Für die Fronleichnamsgottesdienste in den einzelnen Pfarreien am Mittwoch und Donnerstag ist die Anmeldung am Dienstag, 9. Juni, von 8 bis 11 Uhr und von 16 bis 19 Uhr unter 09932/908 353 möglich.

 

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