Haardorf und Mühlham

Blickwinkel auf den Lebenkrug

Osterhofen und Umgebung – Osterhofener Anzeiger – Mo., 04.10.2021

Erntedankfest: Gott nicht nur für reiche Ernte, sondern für das Miteinander danken

Julia (l.) und Jasmin Donnerbauer freuen sich über die neue Erntedankkrone.

Haardorf. (rs) In der Pfarrkirche Sankt Martin feierte die Pfarrgemeinde am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest. Die Vorbereitungen begannen diesmal schon mit dem Binden der Erntekrone. Die Bisherige war bereits in die Jahre gekommen. Ähren von Gerste, Hafer, Roggen und Weizen wurden dafür im Sommer gesammelt. Mitglieder des Frauenbundes nahmen sich dieser Aufgabe an. Nun krönte das Prachtstück den diesjährigen Erntealtar. Früchte der Felder und Gärten wurden von Monika und Christa Dorfmeister um den Altar in Körben und Kisten aufgebaut. Tomaten, Krautköpfe, Kürbisse, Äpfel, Zwiebel, Trauben, Maiskolben und vieles mehr erfreute das Auge der Gottesdienstbesucher. In der Statio verknüpfte Domkapitular Pfarrer Christian Altmannsperger die Gaben von Brot und Wein, Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit, mit den Heilsgaben. „Im Herbst eines jeden Jahres machen wir unseren Dank zu einem Fest vor Gott. Wir bedenken eingehender als sonst, dass wir für vieles zu danken haben, was wir sind und was wir besitzen“, so Pfarrer Altmannsperger. Diesen Gedanken führte er in der Predigt weiter aus. Halbvoll oder halbleer: Optimist oder Pessimist Mit dem Vergleich eines halb gefüllten und einem halbleeren Wasserglas zeigte der Geistliche die verschiedenen Blickwinkel eines Pessimisten und eines Optimisten auf. So gibt es beruflich Dinge, die Freude machen, aber auch die, die eine Last sind. Auch im kirchlichen Leben gebe es Veränderungen. „Wir vergleichen früher und heute“, so Pfarrer Altmannsperger weiter. „Wenn wir einen Blick in das Gemeindeleben machen, ist der Blick in die Zukunft halbvoll oder halbleer?“ Auch das vergangene Jahr habe Grenzen aufgezeigt. Viele hatten das Gefühl, manches nicht mehr zu schaffen. Auch die Corona-Pandemie hatte ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben und hat viele Spuren hinterlassen. „Wir können es auch anders betrachten: Wie zufrieden waren wir mit unserem Leben? Waren wir gesund?“ Wenn alles glatt gelaufen war, falle es nicht zu schwer, zu danken. Gott sorge sich aber um das Leben jedes Einzelnen. Das sei der Grund dankbar sein für alles, was einem im Leben begegnet. Es komme auf den Blickwinkel an, ob der Lebenskrug halbvoll oder halbleer ist. „Auf vielfältige Art und Weise lädt uns Gott zum Leben ein und er füllt den Lebenskrug mindestens halbvoll, oft sogar voll bis zum Rand mit neuen Chancen zum Weiterentwickeln. Feiern wir Erntedank mit Gott und sagen Dank für alles was er uns im vergangenen Jahr geschenkt hat.“ Anschließend sprach Pfarrer Christian Altmannsperger ein Segensgebet und besprengte die Gaben am Altar und die Gottesdienstbesucher mit Weihwasser. Das Erntedankbrot wurde am Ende des Gottesdienstes geteilt und von den Ministrantinnen Julia und Jasmin verteilt.

Domkapitular Christian Altmannsperger segnet den Erntealtar. Fotos: Schwinger

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