Haardorf und Mühlham

Mais als Gewinner des Klimawandels

Quelle: Mediengruppe Attenkofer, Ausgabe Donau-Anzeiger (Osterhofen und Umgebung) vom Freitag, 28.08.2026. Autor Rolf Schwinger

Landwirte informieren sich beim Maisfeldtag in Haardorf und hoffen auf starke Erträge

Anbauberater Josef Apfelbeck (1.v.r.) erklärt Vor- und Nachteile verschiedener Maissorten am Versuchsfeld beim Maisfeldtag an der Kreisstraße zwischen Mühlhamer und Niedermünchsdorfer Kreisel.

 

Haardorf. (rs) Zahlreiche Landwirte und eine Landwirtin sind vor Kurzem an die Kreisstraße zwischen dem Mühlhamer und Niedermünchsdorfer Kreisverkehr zum Maisfeldtag gekommen. Sie trafen sich beim Versuchsfeld von Stefan Weigl, um sich über den Anbauerfolg verschiedener Maissorten informieren zu lassen. Stefan Weigl hatte elf Sorten im Frühjahr angebaut. Routinemäßige Düngung, notwendiger Pflanzenschutz und nicht immer gute Wetterbedingungen trugen überwiegend positiv zur Entwicklung der Pflanzen bei.

Richtiger Zeitpunkt wichtig

Josef Apfelbeck, Anbauberater von Syngenta, stellte fest, dass die Anbaubedingungen im Frühjahr oft vom Fingerspitzengefühl der Landwirte abhängig waren. Wichtig war es, den richtigen Zeitpunkt für den Anbau zu treffen. Hier in Niederbayern, im Gäuboden, sei eines der günstigsten Anbaugebiete für Mais in Deutschland. Er bezeichnete den Mais als einen Gewinner des Klimawandels. Im Süden – Bayern und Baden-Württemberg – werden andere Sorten empfohlen als für Niedersachsen, Hessen oder Nordrhein-Westfalen. Da die Samen Wärmekeimer sind, ist ein Anbau im späteren Frühjahr von Vorteil. Nach dem Anbau sollte es zwei bis drei Tage trocken sein.

Faktor Wurzelsystem

Die Entwicklung des Mais ist abhängig vom Wurzelsystem, das Wasser und Nährstoffe liefert. Die Anbaumaschinen sollen zum Reihenabstand passen, damit keine Reihen befahren werden, was die Keimung behindern würde. Die einzelnen vorgestellten Maissorten berücksichtigen sowohl die empfohlene Nutzungsrichtung, ob als Silomais, für die Biogasanlagen oder als Körnermais. Es wird unterschieden zwischen frühen, mittelfrühen, mittelspäten und späten Maissorten. So gibt es Sorten, die sich auf feuchten Böden besser entwickeln als auf trockenen, sandigen Böden oder aber auch umgekehrt. Jede der vorgestellten Sorten – ob Synchro, Liberty, Umbrella, Prestimo oder Novatica – weisen spezielle Eigenschaften auf. So können die Futterqualität, die Saatgutkosten, die Ertragsstärke, die Standfestigkeit, die Nutzung als Silo- oder Körnermais, das Anbaurisiko, die Biogasausbeute oder Hitze- und Trockenbeständigkeit im Vordergrund stehen. Jeder Stängel zeigte mindesten zwei voll entwickelte Kolben, was einen guten Ertrag erhoffen lasse. Zum Abschluss war noch eine Einkehr im Gasthaus Knöckl angesagt. Hier wurden noch fachspezifische Fragen bei einer Brotzeit diskutiert und auch beantwortet.

 

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