Haardorf und Mühlham

Nach dem Lei­den ent­steht im Licht das Neue

Dienstag, 18. April 2017 – Donau-Anzeiger

Nach dem En­de der Kar­wo­che fei­er­ten die Chris­ten in der Os­ter­nacht die Auf­er­ste­hung

Pater Clement steckt die Nägel in die Osterkerze, die Kirchenpfleger Johann Weigl trägt.

16 Ministrantinnen und Ministranten machen sich als „Ratscher“ auf den Weg, um ein „rotes“ Ei zu erbitten.

Haardorf. (rs) Die Pfarrgemeinde von Haardorf feierte die Heiligen Tage in diesem Jahr auf dem Kreuzberg. Der Gründonnerstag, auch Hoher Donnerstag genannt, ist der fünfte Tag der Karwoche. An ihm gedenken die Gläubigen des letzten Abendmahles Jesu mit den zwölf Aposteln am Vorabend der Kreuzigung. Das letzte Abendmahl Im Gottesdienst schwiegen die Orgel und die Glocken nach dem Gloria, um auf das Leiden des Herrn hinzuweisen. Im Volksmund spricht man davon, dass die Glocken nach Rom flögen. Am Gründonnerstag erhalten die Christen den Auftrag, die Barmherzigkeit Gottes in die Welt hinauszutragen. Am Ende des Gottesdienstes wurde von Pfarrvikar Clement Rockney das Allerheiligste dem Tabernakel entnommen und zum Heiligen Grab getragen. Als äußeres Zeichen, dass der Hauptaltar nun leer ist, wurde er entblößt und die Kerzen gelöscht. Die Herkunft des Namens „Gründonnerstag“ ist nicht geklärt. Eine Herleitung spricht vom „greinen“, also weinen, der Büßer. Im vierten Jahrhundert war dies ein kirchlicher Freudentag, da die Exkommunizierten wieder zur Kommunion zugelassen waren. Die Aufgaben der Kirchenglocken übernahmen die Ministrantinnen und Ministranten mit ihren Ratschen. Schon zum Taganläuten zogen sie damit durch Haardorf, Mühlham und Niedermünchsdorf. Am Karfreitag zogen die Messdiener von Haus zu Haus, um sich ein „rotes“ Ei zu erbitten. Gedenken an das Leiden Der Feiertag Karfreitag gilt dem Gedenken an die Kreuzigung Jesu mit Leiden und Sterben. Es ist ein Tag der Besinnlichkeit und der Buße. Man gedenkt dem Leidensweg und dem Sterben Jesu. Der Karfreitag ist ein strenger Fast- und Abstinenztag. Zur Todesstunde um drei Uhr Nachmittag versammelten sich die Christen zur Wort-Gottes-Feier unter der Leitung von Pastoralreferenten Max Aigner in der Kreuzbergkirche. Das Johannesevangelium mit der Leidensgeschichte, die großen Fürbitten, die Kreuzverehrung und die Kommunionfeier bildeten den Gebetsrahmen. Anschließend war noch die Möglichkeit am Heiligen Grab seine Anliegen vorzutragen und zu beten. Den Lektorendienst übernahmen an diesen Tagen die Jugendlichen Andrea Krenn, Maria Weigl, Corinna Schütz und Johanna Fröschl. Die Auferstehung des Herrn Zur Feier der Osternacht fanden sich viele Gläubige, auch Auswärtige, in der Kreuzbergkirche ein, um mit Pfarrvikar Clement einen festlichen Gottesdienst zur Auferstehung zu feiern. Vor der Kreuzbergkirche wurde das Osterfeuer entfacht. Mit diesem Licht wurde die Osterkerze für das Jahr 2017 angezündet. Daran wurden die Kerzen der Gläubigen entzündet, um das Licht in das Dorf und in die Welt hinauszutragen. Die Osterkerze trug Kirchenpfleger Johann Weigl. In einer Prozession wurde die Kirche umrundet, bevor beim Einzug dreimal angehalten wird, um den Ruf „Lumen Christi“, Licht von Jesus, anzustimmen. Darauf erklang das „Exultet“, das große Osterlob. Die Gläubigen feiern, dass nach einer dunklen Zeit etwas Neues beginnt. Durch seine Auferstehung hat Jesus den Tod besiegt. Die Symbole Licht und Wasser durchziehen den Gottesdienst. Gott setzt der Finsternis das Licht entgegen. Lektor Hermann Unverdorben trug in der noch dunklen Kirche zu Beginn die Lesungen „Schöpfungsgeschichte“ und „Durchzug durch das Rote Meer“ aus dem Alten Testament vor. Das dreifach gesteigert österliche Halleluja wurde nach der ersten neutestamentlichen Lesung angestimmt. Licht und Kerzen ließen die Kreuzbergkirche erstrahlen. Durch das Abtauchen der Osterkerze in ein großes Wasserglas wird das Wasser in der Osternacht gesegnet. Während sich die Gemeinde zur Tauferneuerung bekennt, wird sie vom Priester mit dem Weihwasser besprengt. Anschließend beginnt die Eucharistiefeier. Mit dem feierlichen Segen und dem Halleluja endete die Feier der Osternacht. Alle Herzen sind erfüllt von der Osterfreude und voller Hoffnung. „Das Leben ist stärker als der Tod. Die Liebe hat gesiegt“, so die Botschaft. Anschließend segnete Pater Clement die mitgebrachten Speisen, wie Osterlamm, gefärbte Eier, Salz, Pfeffer, Geselchtes, Kren und Brot. Mitglieder der Landjugend verteilten nach dem Gottesdienst gesegnete Ostereier, die sie in der Gruppenstunde bunt färbten, und wünschten allen ein frohes Osterfest.

 

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