Quelle: Mediengruppe Attenkofer, Ausgabe Donau-Anzeiger (Osterhofen und Umgebung) vom Dienstag, 12.05.2026. Autor Rolf Schwinger
Infoabend zu Trickbetrug und Schockanrufen

Sprecherin Claudia Unverdorben würdigte Polizeioberkommissar Patrick Fischer für den Vortrag bei der Frauengemeinschaft. Foto: Rolf Schwinger
Haardorf. (rs) Immer wieder wird von erfolgreichen Betrugsfällen in den Medien berichtet. Deshalb war es der Wunsch der Frauengemeinschaft, sich von kompetenter Stelle informieren zu lassen. Diese Aufgabe übernahm Polizeioberkommissar und Präventionsbeauftragter Patrick Fischer von der Polizeidienststelle Plattling. Die Trickbetrüger rufen bevorzugt Senioren an. Sie geben sich als angebliche Polizisten, Bankangestellte, Stromableser, Handwerker, Mitarbeiter von Gerichten oder Verwandte aus, erklärte Fischer. Dem Einfallsreichtum seien keine Grenzen gesetzt. In allen Fällen gehe es nur darum, von den Angerufenen Bargeld oder andere Wertgegenstände zu ergaunern. Durch Schockanrufe werden die Angerufenen in eine Stress-Situation versetzt. Trotzdem sollte man erst einmal „durchatmen“ und versuchen, Ruhe zu bewahren, ist ein Tipp Fischers.
Niemals am Telefon Persönliches preisgeben
Die Betrüger seien oft in Callcentern tätig und selektieren mithilfe von Computern gezielt Telefonnummern. Erst wenn abgehoben wird, übernehme ein geschulter Betrüger das Telefonat. Bei geringstem Verdacht sollte man einfach auflegen. Der Kommissar betonte, dass die Polizei niemals mit der bekannten Nummer 110 anruft, kein Bargeld oder Wertgegenstände abholt, Geldüberweisungen oder Gebührenzahlungen fordert. Den Zuhörern zeigte der Polizeibeamte Vorsichtsmaßnahmen auf. Bei Verdacht sollte man bei einer Vertrauensperson anrufen. Auch die Polizei ist immer bereit, zu helfen. Niemals sollte man am Telefon Persönliches preisgeben. Auch auf das Wort „Ja“ sollte man verzichten. Bei unbekannten Nummern sich nicht mit Namen melden. Ein „Hallo“ reiche. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört auch, zu Hause keine größeren Geldbeträge aufzubewahren, niemand Unbekannten ins Haus zu lassen, den Verfügungsrahmen bei der Bank zu begrenzen oder Passwörter im Computer zu speichern. Fischer zeigte auch die Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) auf, die immer mehr im Alltagsleben um sich greift. Wichtig ist es, die Informationen sorgfältig zu prüfen und lieber skeptisch zu sein. Um Passwörter sicher zu speichern, empfahl er einen Passwortmanager zu verwenden. Die Passwörter sollten mindestens zwölf Zeichen haben und regelmäßig geändert werden. „Bei Unsicherheit kann die Polizei gerne angerufen werden, die zunächst versucht zu beruhigen und weiterzuhelfen“, so Fischer.