Haardorf und Mühlham

Zu Besuch in der Biogasanlage SPD/ödp/Grüne

Quelle: Mediengruppe Attenkofer, Ausgabe Donau-Anzeiger (Osterhofen und Umgebung) vom Mittwoch, 16.09.2026. Autor Rolf Schwinger

Die Teilnehmer bei der Informationsveranstaltung mit MdL a. D. Gudrun Peters, Stadtrat Robert Kröll, Ewald Straßer, Stefan Weigl und stellvertretende Landrätin von Freyung-Grafenau, Hilde Greiner. Foto: Rolf Schwinger

Haardorf . (rs) Vor Kurzem trafen sich SPD-, Grüne- und ÖDP-Stadträte an der Biogasanlage. In einem kurzen Statement ging der Betreiber der Biogasanlage Stefan Weigl auf die Veränderung von Biogasanlagen seit dem Anfang vor 21 Jahren ein. Zunächst waren diese Anlagen auf Dauerbetrieb ausgerichtet, heute dienen sie vor allem als Speicher, wenn PV-Anlagen und Windkraftwerke keinen Strom liefern können. Auf dem Weg zur Biogasanlage wurde ein kurzer Zwischenstopp an der Trocknungsanlage für Schüttholz eingelegt. Pro Jahr werden hier fast 5.000 Schüttmeter Holz getrocknet. Ganz neu ist ein Versuch zur Trocknung von Trester. Aus den Kernen von Johannisbeere, Hagebutte oder Aronia werden verschiedene Öle gepresst, die in der Kosmetikindustrie weiter verarbeitet werden können. Der Anfang der Biogasanlage lag in der Weitsicht seiner Eltern Hans und Resi Weigl, die zusammen mit Stefan nach seiner Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister dieses Wagnis eingingen. Strom aus Biogas ist teurer als von PV- oder Windkraftanlagen, aber billiger als von Öl- und Kohleheizkraftwerken. Sie haben auch den Vorteil, dass sie im regionalen Bereich Strom erzeugen. Von anfangs 172 Kilowattstunden wurde sie bis heute auf 2.840 Kilowattstunden erweitert. Dafür wurden im vergangenen Jahr 3,6 Millionen Euro investiert. Die Energieausbeute aus verschiedenen Rohstoffen hat sich um 30 Prozent der eingesetzten Rohstoffe erhöht. Auf 300 Hektar wurden etwa 10.000 Tonnen Mais erzeugt. Dazu werden in den Behältern auch Mist und nicht vermarktbare Zwiebeln und Kartoffeln vergärt. In der Biogasanlage dürfen nur noch 30 Prozent Mais eingebracht werden. Wenn die Bakterienkultur die optimale Wärme hat, ist die Ausbeute von Methan an größten. Neu installiert wurde ein 2.000 Kubikmeter fassender Wärmespeicher mit Wasser errichtet. Durch eine 30 Zentimeter dicke Isolierung ist es möglich, bis zu 85 Grad heißes Wasser zu speichern. Stefan Weigl führte aus, dass es noch nicht möglich ist, kosteneffiziente Elektrospeicher zu installieren. Um überschüssigen Strom, auch aus PV-Anlagen, gut zu vermarkten, wird mit Vermarktern zusammengearbeitet, die den Strom an der Börse verkaufen. Überwältigt waren die Besucher vom neuen Maschinenraum. Hier wurde viel Technik verbaut. Um den CO2-Wert einhalten zu können, läuft der neue Motor mit AdBlue. Auf PC oder Tablet ist es möglich, auf alle Komponenten zuzugreifen und auch Störungen zu beheben. Von hier aus wird die Wärmelieferung in die 110 angeschlossenen Haushalte gesteuert. Es wird überlegt, ob es sich von den Kosten rechnet, weitere acht bis zehn Häuser in Mühlham anzuschließen. Bis 1. November wird die Betriebsaufnahme für die neuen Motoren angestrebt. Bis dahin sind noch viele Genehmigungen durch das Landratsamt notwendig. Stefan und Hans Weigl sind stolz, dass es ihnen gelungen ist, die Biogasanlage in Eigenplanung und ohne größere Störungen und Beanstandungen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Stefan Weigl informierte mit viel Fach- und Detailwissen, eingebettet in vielen Zahlen die Teilnehmer der Informationsveranstaltung kompetent. Gekommen waren unter anderem der Umweltbeauftragte der Stadt Osterhofen Helmut Leberfinger, die Stadträte Christian Schweiger (ÖDP), Andreas Stauber (Die Grünen) und Robert Kröll (SPD) – Bild rechts: Der 2.000 Kubikmeter Wasser fassende Wärmespeicher ist 17 Meter hoch.

 

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